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Gastronomie in Münster und Kreuzviertel

Nordstern

Wir alle lieben ihn: den Nordstern, unser uriges Wohnzimmer im Herzen des Kreuzviertels. Er wurde 1903 eröffnet. Eine typisch westfälische Gaststätte an einem Kirchplatz – mit Tanzsaal und Kegelbahn und Gaststättenkonzession aus der Kaiserzeit.

Das Gebäude Hoyastr. 3–5 wurde von Bauunternehmer Theodor Lodde gebaut und ebenfalls 1903 mfertiggestellt. Die Familie Lodde ist mit dem jetzigen Besitzer Enzo Campisi über dessen Frau verwandt.

Hoyastraße
Nordstern

Theoder Lodde hatte schon beim Bau des Hauses die Idee zum Nordstern. Er meint: „Zu einem Kirchplatz und einer Kirche gehört auch eine Gaststätte!“ Daher eröffnet der Nordstern mit Fertigstellung des Hauses Hoyastr. 3–5 im Jahr 1903.
Zunächst von Pächtern geführt wurde übernahmen Heinrich Theodor Lodde und Tante Hedwig 1924 den Nordstern. Auch die Hähnchenbraterei geht auf Theodor Lodde zurück. Prominente Gäste des Nordsterns waren unter anderem Prof. Dr. Max Geisberg, dem die spektakulären Kreuztorfunde zu verdanken sind. Mehr zum Nordstern unter „Little Italy“.

Lotharinger Hof und Neustädter Hof

Vor 100 Jahren gab es noch viele solcher traditionellen Münsteraner Gaststätten. Zwischen 1925 und 1935 betrieben die Urgroßeltern von G. Campisi, Josephine und Heinrich Masjoshusmann, zwei dieser legendären Lokale – heute längst verschwunden.

Josephine und Heinrich Masjoshusmann
Josephine und Heinrich Masjoshusmann

Josephine, eine Cousine der Nordstern-Familie, und ihr Mann Heinrich führten den „Lotharinger Hof“ neben dem Standesamt sowie den „Neustädter Hof“ an der Scharnhorststraße 23. Der Krieg zerstörte beide. Heute stehen dort nur unscheinbare Wohnhäuser. Lediglich ein alter Baum vor der Scharnhorststraße 23 zeugt noch von der Vergangenheit des Neustädter Hofs.

Diese Geschichten sollen nicht nur an vergangene Zeiten erinnern, sondern auch daran, wie viel Kultur und Heimat durch Kriege für immer verloren gehen.

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